Keramikplatten

Keramikplatten sind aus natürlichen Materialien wie Ton, Sand und anderen geformte Pendants zu Natursteinplatten. Ihrer Gestaltung sind durch die Wahl der Grundstoffe, Glasuren und Brennverfahren in Form, Farbe und Struktur kaum Grenzen gesetzt. Keramikbeläge bieten mannigfache funktionale und gestalterische Vorteile. Pflegeleicht und bakterienfeindlich, eignen sie sich für Böden im ganzen Haus und sind ideal zum Gliedern von Räumen und Zonen abgrenzen oder verbinden. Es gibt Keramikplatten für jeden Bereich, aber kein einzelnes Produkt, das sich für jeden Zweck eignet. Feinabgestufte, speziell auf die individuellen Bedürfnisse bezogene Lösungen sind möglich.

Glasierte Platten sind mit einem farbigen Film überzogen, der dem Produkt je nach Glasurart ästhetische (Farbe, Glanz, Dekor, Nuancen) und technische Eigenschaften (Härte, Wasserundurchlässigkeit usw.) verleiht. Unglasierte Platten sind normalerweise nicht verziert und matt, strukturiert oder poliert erhältlich. Durch den Einschuss von Pigmenten können verschiedene Farben erzeugt werden.

Keramikplatten gibt es in vielen verschiedenen Formen und Formaten: Quadrate und Rechtecke in den üblichen Formaten 30x30 cm und 40x40 cm bzw. 30x60 cm und 40x60 cm und als  Grossplatten 60x60 cm, Sechsecke, Achtecke, Florentiner und Moresken. Platten (ab 2x2 cm) mit einer kleineren Oberfläche als 90cm2 werden als Mosaike bezeichnet.

Die Stärke von Keramikplatten reicht von wenigen Millimetern bis zu ca. 2,5 cm.

 

Steingutplatten sind trocken gepresst, haben eine relativ hohe Wasseraufnahme und sind deshalb stets glasiert. Sie dienen als Wandverkleidungen in Innenräumen, weil sie nicht frostbeständig sind.

Spezielle Vorzüge: hohe Massgenauigkeit (enge Fuge), herausragende Dekorationsmöglichkeiten, filigrane und elegante Anmutung.

Steinzeugplatten sind trocken gepresst und dicht gebrannt. Entsprechend niedrig ist die Wasseraufnahme. Im Wohnbereich werden sie für Bodenbeläge angewendet, gelegentlich auch für Wandverkleidungen.

Spezielle Vorzüge: hohe Massgenauigkeit (enge Fuge), breites Angebot an Farben, Designs und Oberflächen, unglasiert durchgefärbt (besonders strapazierfähig) oder glasiert.

Feinsteinzeug

Mosaike sind kleinformatige, glasierte oder unglasierte Platten aus Steinzeug für Wand und Boden, die zur einfacheren Verlegung in der Regel auf Netz verklebt angeboten werden. Eine Besonderheit bilden Glasmosaike.

Spezielle Vorzüge: Es können auch gewölbte Flächen belegt werden. Der hohe Fugenanteil unterstützt die Trittsicherheit und sorgt für eine edle Flächenstruktur.

 

Fugen sind ein wichtiger Bestandteil eines keramischen Belags. Der Gesamteindruck wird vor allem von der Farbe der Fuge und der Farbe der Platte geprägt. Je grösser die farbliche Übereinstimmung ist, desto grossflächiger wirkt der Belag bzw. je grösser der Kontrast ist, desto stärker wird der Raster betont. Die klassisch-neutrale Fugenfarbe ist Grau in allen Nuancen. Die breite Palette an bunten Tönen wird nur für glasierte Wandplatten empfohlen.

 

Besonderheiten

Hohe Trittsicherheit wird mit „griffigen“ Oberflächen erreicht. Die Kunst besteht darin, Rutschsicherheit mit Reinigungsfreundlichkeit zu verbinden. Dies geschieht sowohl durch eine ausgeklügelte Formgebung der Profilierung als auch durch spezielle keramische Vergütungen.

Für Swimmingpools gibt es speziell vergütete Keramikplatten, die Anforderungen wie Frostsicherheit, hohe Wasser- und Chemikalienbeständigkeit, Rutschsicherheit und weitgehende Selbstreinigung genügen.

Frostbeständige Platten widerstehen jeder Witterung und selbst tiefsten Temperaturen. Zudem speichern sie die Sonnenwärme des Tages und geben sie erst später langsam wieder ab. Diese frostsicheren, äusserst robusten Platten sind in der Regel unglasiert und dank ihrer speziellen Oberflächenstruktur besonders trittsicher und rutschhemmend.

Auch in den Wohnräumen speichern Keramikplatten im Winter die durch die Fenster eindringende Sonnenwärme und geben sie wieder ab, sobald es kühler wird. Im Sommer hingegen speichern sie die Kühle der Nacht und sorgen damit tagsüber für eine passive Raumkühlung.

Dank ihren Wärme leitenden und speichernden Eigenschaften sind sie ideal in Kombination mit einer Fussbodenheizung.

 

Wussten Sie, dass Keramikplatten aus Ton, Sand und anderen Naturmaterialien hergestellt werden? Nach der Aufbereitung werden sie in die gewünschte Form gebracht, getrocknet und anschliessend bei Temperaturen bis 1300oC gebrannt. Man unterscheidet zwischen glasierten und unglasierten Platten.

Keramik ist einer der ältesten Baustoffe, dessen Ursprung in die vorgeschichtliche Zeit zurück geht. In Indien und China werden keramische Platten mit bildlichen Darstellungen bereits 3000 bis 2000 v. Chr. hergestellt. Frühe Zeugnisse findet man auch im vorderen Orient in der babylonischen und assyrischen Kunst. Zu einer ersten Blüte kommt die keramische Kunst in der Frühzeit des Islams. Die Mauren wenden Keramikplatten in üppiger Vielfalt an und verarbeiten sie zu einzigartigen Kunstwerken. Den Höhepunkt bilden die Dekorationen der Alhambra von Granada. Im Mittelalter finden sie im christlichen Europa, vor allem in Frankreich als kunstvolle Bodenbeläge von Kirchen und Klöstern mehr und mehr Verwendung. Zu Beginn des 17. Jahrhunderts wird die Kunst der Plattenherstellung in den Niederlanden fortgesetzt. Zunächst steht noch die Bodenplatte im Vordergrund, zunehmend entwickelt sich aber auch der Plattenwandbelag.

Die grosse Auswahl an verschiedensten Platten stammt aus Ländern mit grosser Keramiktradition wie Italien, Spanien, Portugal und Brasilien. Deutschland ist bekannt für technisch besonders innovative Keramikbeläge.

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